Schiedsrichterleitfaden · geprüft am 2. Oktober 2026

Karten und persönliche Strafen im Feldhockey

Wähle die mildeste Strafe, die Kontrolle wiederherstellt – und steigere sie, wenn Verhalten, Wiederholung oder Gefahr es verlangen.

Nach den DHB-Feldhockeyregeln kann ein Spieler mündlich ermahnt, mit Grün für zwei Spielminuten, mit Gelb für mindestens fünf Spielminuten oder mit Rot für den Rest des Spiels ausgeschlossen werden. Die nationalen DHB-Richtlinien konkretisieren Dauer und Steigerung für bestimmte Vergehen.

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Karten verwalten · Apple Watch

Die Grundlage nach DHB und FIH

MaßnahmeDauerBedeutung
Mündliche ErmahnungKeine feste DauerKlare, glaubwürdige Warnung, wenn eine formelle Zeitstrafe noch nicht erforderlich ist.
Grüne Karte2 SpielminutenZeitweiser Ausschluss; die Mannschaft spielt mit einem Spieler weniger.
Gelbe KarteMindestens 5 SpielminutenZeitweiser Ausschluss. Die Dauer richtet sich nach Schwere und Art des Vergehens.
Rote KarteRest des SpielsDauerhafter Ausschluss; die Mannschaft spielt bis zum Ende mit einem Spieler weniger.
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Ein praktischer Entscheidungsrahmen

Nicht jeder Vorfall führt automatisch zu einer bestimmten Kartenfarbe. Beurteile die gesamte Aktion:

Wiederholung

Gab es für dasselbe Verhalten bereits eine klare Ermahnung oder Strafe?

Absicht

War die Aktion bewusst, zynisch oder darauf gerichtet, das Spiel zu unterbrechen?

Auswirkung

Wurde eine echte Möglichkeit verhindert oder die Spielkontrolle beschädigt?

Körperlichkeit und Gefahr

Gab es Kraft, einen gefährdeten Gegner, ein Hineingleiten oder eine Ausweichbewegung?

Verhalten

Gab es Protest, Beleidigung, Einschüchterung oder den Vorwurf von Parteilichkeit oder Betrug?

Konsequenz bedeutet, vergleichbare Vorfälle vergleichbar zu bestrafen. Sie bedeutet nicht, jedes Foul unabhängig vom Kontext mit derselben Karte zu ahnden.

Wiederholte Vergehen und mehrere Karten

  • Nach einer Ermahnung sollte eine Wiederholung in der Regel strenger bestraft werden.
  • Nach den DHB-Richtlinien kann derselbe Spieler nicht erneut Grün erhalten. Ein weiteres kartenwürdiges Vergehen nach einer bereits verbüßten gelben Karte führt zu Gelb-Rot und dauerhaftem Ausschluss.
  • Technische Vergehen ohne Körperkontakt beginnen bei mindestens fünf Minuten Gelb; körperliche Vergehen bei mindestens zehn Minuten. Schwere oder wiederholte Fälle können längere Strafen verlangen.
  • Schweres vorsätzliches Fehlverhalten gegen Spieler, Schiedsrichter oder Offizielle kann direkt Rot rechtfertigen.

Zeitnahme und Rückkehr

  • Grüne und gelbe Karten werden in Spielzeit gemessen; die Strafzeit folgt also der Spieluhr.
  • Der ausgeschlossene Spieler darf erst zurückkehren, wenn die Zeit abgelaufen ist und das Verfahren des Wettbewerbs den Wiedereintritt erlaubt.
  • Klärt vor dem Spiel, wer Karten notiert und Strafzeiten überwacht – besonders ohne Kampfgericht.
  • Spieler, Mannschaft, Karte, Dauer, Spielzeit und Grund sofort dokumentieren.

Konkrete Beispiele aus aktuellen nationalen Vorgaben

Die FIH gibt den Rahmen vor; nationale Verbände konkretisieren Dauer und Anwendung. Maßgeblich bleiben die Bestimmungen des jeweiligen Wettbewerbs.

Deutschland · technisches Vergehen

Ein technisches Foul ohne Körperkontakt ist nach den DHB-Richtlinien mit mindestens 5 Minuten Gelb zu ahnden.

Deutschland · Körperkontakt

Für ein Foul mit Körperkontakt sind mindestens 10 Minuten Gelb vorgeschrieben. Reklamieren oder weiteres Fehlverhalten vor dem Wiederanpfiff kann die Strafe auf 15 Minuten verlängern.

Deutschland · Protest und Beschimpfung

Übermäßiges Reklamieren, ständiges Meckern, Pulkbildung und Beschimpfungen müssen mit einer Karte geahndet werden. Gewalt oder eine äußerst grobe Beleidigung des Schiedsrichters verlangt direkt Rot.

Niederlande · Sliding und Crowding

Eine körperliche Aktion ohne Rücksicht auf die Sicherheit, etwa ein Slidingtackle, bedeutet mindestens 10 Minuten Gelb. Crowding wird mit Grün bestraft; eine abfällige Geste oder deutliches Protestieren beginnt grundsätzlich bei Grün und kann je nach Heftigkeit Gelb werden.

England · klare Wirkungsleiter

England Hockey ordnet geringen Protest Grün, starken Protest Gelb 5 und hochwirksames vorsätzliches, körperliches oder gefährliches Verhalten Gelb 10 zu. Gewalt, bestimmte grobe Beschimpfungen und direkte Vorwürfe von Parteilichkeit oder Betrug gehören in die Rot-Kategorie.

„High risk, high penalty“ ist als Merksatz aus älterem internationalem Briefingmaterial bekannt, aber keine automatische Kartenregel. Zuerst ist der Regelverstoß festzustellen; anschließend zählen Absicht, Auswirkung, Körperlichkeit und Gefahr.

Welche Vorgabe gilt?

Deutschland · DHB

Die DHB-Feldhockeyregeln 2026 enthalten nationale Richtlinien zu Mindeststrafzeiten, Gelb-Rot und Strafen für Betreuer. Für deutsche Wettbewerbe sind zusätzlich Ausschreibung und aktuelle Briefings maßgeblich.

Internationale FIH-Basis

Die FIH-Regeln nennen zwei Minuten für Grün, mindestens fünf für Gelb und den Rest des Spiels für Rot. Turnierbestimmungen können die Durchführung ergänzen.

Andere Länder und Wettbewerbe

Nationale Verbände können Kartenfolgen, Berichte und den Umgang mit Betreuern genauer oder anders regeln. Übertrage die deutsche Gelb-Rot-Verwaltung nicht ungeprüft.

HockeyUmpire

Strafzeiten verfolgen, ohne das Spiel aus den Augen zu verlieren

HockeyUmpire zeigt Zeitstrafen zusammen mit Spielzeit und Spielstand auf iPhone und Apple Watch. Unterschiedliche Signale helfen, das Ende einer Karte vom Ende eines Spielabschnitts zu unterscheiden.

Die App dokumentiert deine Entscheidung; sie wählt weder Karte noch Strafdauer für dich.

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Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert eine grüne Karte im Feldhockey?

Nach DHB- und FIH-Regeln bedeutet Grün einen zeitweisen Ausschluss von zwei Spielminuten.

Wie lange dauert eine gelbe Karte?

Eine gelbe Karte dauert mindestens fünf Spielminuten. Die DHB-Richtlinien setzen je nach Art, Körperkontakt und Schwere des Vergehens fünf, zehn oder mehr Minuten an.

Spielt die Mannschaft nach einer Karte in Unterzahl?

Ja. Während Grün oder Gelb und nach Rot bis zum Spielende spielt die Mannschaft mit einem Spieler weniger.

Kann ein Spieler zwei gelbe Karten erhalten?

Nach den nationalen DHB-Richtlinien führt ein weiteres kartenwürdiges Vergehen nach einer bereits verbüßten gelben Karte zu Gelb-Rot und dauerhaftem Ausschluss. Andere Wettbewerbe können die Verwaltung anders regeln.

Gelten die deutschen Kartenregeln überall?

Nein. Die FIH-Regeln bilden die internationale Basis, aber nationale Verbände und Wettbewerbe können Dauer, Verwaltung, Berichte und Strafen für Betreuer konkretisieren.

Ist jedes Slidingtackle automatisch zehn Minuten Gelb?

Nein. Die aktuelle niederländische Vorgabe nennt ein Slidingtackle als Beispiel für ein körperliches Vergehen ohne Rücksicht auf die Sicherheit des Gegners. Nur wenn diese Kategorie erfüllt ist, gelten mindestens zehn Minuten Gelb. Zuerst ist also der Regelverstoß festzustellen, danach sind Körperlichkeit und Gefahr zu bewerten.

Ist jede Beschimpfung automatisch Rot?

Nein. Schweres vorsätzliches Fehlverhalten kann nach FIH-Vorgaben direkt Rot verlangen; nationale Richtlinien nennen konkretere Beispiele. Entscheidend sind Wortlaut, Adressat, Kontext, Bedrohung und Schwere. Bei einer roten Karte sollte der genaue Wortlaut dokumentiert werden.